Basiskomponente Integrationsframework
Warum eine Basiskomponente Integrationsframework?
Funktionen des Integrationsframeworks
Welche Vorteile bringt das Integrationsframework den sächsischen Verwaltungen?
Warum eine Basiskomponente Integrationsframework?
Viele Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltungen bestehen aus komplexen, fachübergreifenden Abläufen, die zumeist im Zusammenwirken mehrerer Verwaltungseinrichtungen erbracht werden. Zur Verwaltung, zum Austausch und zur Verarbeitung der nötigen Informationen werden dabei verschiedenste IT-Lösungen und -Infrastrukturen genutzt. Wenn solche Verwaltungsprozesse per E‑Government durchgängig elektronisch neu gestaltet werden sollen, müssen alle diese Anwendungen technisch und organisatorisch integriert werden.
In der Vergangenheit geschah dies zumeist durch eine individuelle Gestaltung jedes einzelnen Übergangs zwischen Teilprozessen und IT-Anwendungen. Diese Verfahrensweise weist deutliche Nachteile auf: Mit der Zahl der zu integrierenden »Bausteine« steigt der Integrationsaufwand expotentiell. Veränderungen an einzelnen Prozessabläufen oder IT-Anwendungen ziehen mehrfache Anpassungen nach sich. Die individuelle Integration erweist sich daher in vielen Szenarios sowohl bei der Entwicklung als auch im Betrieb als unwirtschaftlich.
Das Integrationsframework bietet einen Lösungsansatz für diese Probleme: Es agiert als zentraler Mittler zwischen IT-Komponenten und Prozessen. Jeder »Baustein« von E‑Government-Abläufen muss so nur einmalig an das Framework angeschlossen werden; mehrfache Kopplungen untereinander können entfallen.
Funktionen des Integrationsframeworks
Das Framework bietet leistungsfähige Funktionen, mit denen die Übergänge zwischen Teilprozessen und IT-Anwendungen einheitlich und effizient gestaltet werden können.
Technische Kopplung von IT-Anwendungen
Um mit geringem Aufwand IT-Anwendungen mit unterschiedlichen technische Schnittstellen verbinden zu können, werden vorgefertigte Adapter bereitgestellt. Sie erlauben vor allem, ältere Anwendungen ohne Anpassung von Schnittstellen mit anderen Komponenten zu verbinden. So können beispielweise Daten mittels Datei, mittels E-Mail, über Datenbankkopplung, per Internetprotokoll (HTTP), über standardisierte Dienste (SOAP) oder über den Sicherheitsstandard OSCI ausgetauscht werden. Letzteres ist besonders für Anwendungen von Bedeutung, die den OSCI-Standard nicht unterstützen.
Inhaltsbasierte Weiterleitung
Auf der Basis flexibler Verteilungsregeln leitet das Framework eingehende Daten automatisiert an den jeweils zuständigen Empfänger weiter. Dazu werden die eingehenden Daten analysiert, um beispielsweise aus Formularinhalten die regional zuständige Behörde zu ermitteln.
Datentransformation
Das Framework »übersetzt« Daten zur Weiterleitung zwischen IT-Anwendungen, die differierende Datenstrukturen und -inhalte nutzen. Dadurch können Änderungen der Anwendungen selbst entfallen. Diese Funktionalität ist besonders für Anwendungen interessant, welche die aktuellen XÖV-Datenaustauschstandards noch nicht unterstützen.
Steuerung von IT-gestützten Verwaltungsprozessen
Das Integrationsframework bietet Werkzeuge, mit denen anwendungsübergreifende Verwaltungsprozesse entworfen und gesteuert werden können.
Eine solche übergreifende Prozesssteuerung ermöglicht es beispielsweise, Daten von einzelnen Anwendungen vor Weitergabe zu sammeln oder sie abhängig vom Bearbeitungsstand an andere Anwendungen weiterzugeben.
Außerdem kann durch die zentrale Steuerung des Datenaustauschs eine aufwändige Anpassung der Ablauflogik in den beteiligten Anwendungen entfallen.
Weitere Funktionen des Integrationsframework
Das Integrationsframework bietet darüber hinaus eine Reihe weiterer Funktionen:
- Integration von Anwendungen mit hohen Antwortzeiten;
- Integration von Anwendungen, die nicht ständig verfügbar sind;
- Unterstützung einer sicheren Kommunikation über Verwaltungsgrenzen hinweg.
Welche Vorteile bringt das Integrationsframework den sächsischen Verwaltungen?
Das Integrationsframework kann das E-Government der Verwaltungen wesentlich unterstützen:
- Durch die zentrale Modellierung kompletter IT-gestützten Verwaltungsvorgänge kann auf organisatorische und gesetzliche Änderungen schneller reagiert werden.
- Der Aufwand bei der Integration heterogener IT-Anwendungen und Daten sinkt deutlich.
- Bestandsanwendungen können ohne Anpassung in E-Government-Vorhaben integriert werden.
- Fachverfahren können über Verwaltungsgrenzen hinweg sicher integriert werden.
Das Integrationsframework sollte also insbesondere dann eingesetzt werden, wenn mehrere IT-Anwendungen mit unterschiedlichen Schnittstellen über Verwaltungsgrenzen hinweg sicher integriert werden müssen.

